Rasendünger ausbringen

Rasendüngung in ladnwirtschaftlichen Betrieben

Bevor Sie einen Rasendünger ausbringen, sollten Sie unbedingt die Angaben des Herstellers auf der Verpackung durchlesen und auch strengstens beachten. Eine Überdüngung des Rasens kann den positiven Effekt des zusätzlichen Nährstoffeintrags schnell umkehren und irreparable Schäden wie zum Beispiel Verbrennungen verursachen. Gehen Sie immer strikt nach der Anweisung vor und geben Sie nur so viel Dünger auf die Fläche aus, wie es für ein gesundes Wachstum und dem Bedarf des Bodens an Nährstoffen notwendig ist. Generell sollte Dünger nicht in der Mittagszeit bei sengender Sonne gestreut werden, besser ist es diesen früh morgens oder in den späten Nachmittagsstunden aufzubringen, da der Rasen anschließend noch künstlich zu beregnen ist und die hohen Temperaturen am Mittag das Wasser wieder schnell verdunsten ließen.

Zum Ausbringen von mineralischen Düngemitteln in Form von Granulat sollte der Rasen relativ trocken sein, damit der Mineraldünger nicht mit dem Wasser an den Blättern verklebt und der enthaltene Stickstoff zu schwerwiegenden Schädigungen der Blattstruktur führt. Anschließend nach jeder Düngemittelgabe ist der Rasen zu Beregnen, damit auch die aufgetragene Kleinstpartikel des Düngerstaubs wieder von den Blättern gewaschen werden. Tragen Sie beim Ausbringen des mineralischen Rasendünger immer geschlossene Kleidung, der leichte Düngestaub kann sich auf der Haut ablagern und mit dem Schweiß auf der Haut oder offenen Wunden reagieren, dies kann zu Rötungen und Juckreiz führen und ist sehr unangenehm. Beim Auswerfen des Granulats achten Sie unbedingt auf die vorherrschende Windrichtung und werfen Sie nicht gegen, sondern mit dem Wind, sodass der Staub Ihnen nicht wieder entgegen geblasen wird. Versuchen Sie zum Schutz Ihrer Gesundheit ein einatmen der Staubpartikel unbedingt zu vermeiden. Auch ein Hand-Schleimhaut Kontakt sollte dringendst vermieden werden, achten Sie bei Düngemittelkontakt mit den Händen darauf diese nicht mit Augen, Mund oder Nase zu berühren. Nach dem Düngen sollten Sie sich unbedingt gründlich die Hände waschen, besser ist es sogar eine Ganzkörperreinigung vorzunehmen oder zu duschen, damit auch kleinste Partikel auf der Haut wieder abgewaschen werden.

Menge des Rasendünger bestimmen

Es empfiehlt sich immer die Menge des ausgebrachten Rasendünger so gering wie möglich zu halten, düngen Sie den Rasen lieber schwächer dafür aber etwas öfter. Hierdurch werden bei ggf. einsetzendem Regen nicht alle Bestandteile abgeschwemmt, sondern durch die regelmäßig schwache Düngung immer wieder neue Nährstoffe eingebracht. Sollten Sie in den regelmäßigen Abständen einmal vergessen haben zu düngen, dann fahren Sie zum nächsten Termin mit der gleichen Düngemittelmenge fort. Ein verdoppeln der Menge sollte grundsätzlich nicht vorgenommen werden, es sind zumeist immer genügend Nährstoffe im Boden enthalten, sodass der Rasen auch bei einer ausgesetzten Düngung weiter wachsen kann. Die Einbringung von Langzeitdünger als mineralisch-gekapselter, mineralisch-organischer oder organisch-synthetischer Dünger empfiehlt sich in den 3 großen Entwicklungsperioden im Frühjahr, Sommer und Herbst. Beachten Sie bei der Auswahl der spezifischen Rasendünger den unterschiedlichen Nährstoffbedarf in den einzelnen Perioden. Ein nährstoffstarker Rasenlangzeitdünger sollte nicht häufiger als 3 bis maximal 5 Mal im Jahr eingesetzt werden. Der Langzeitdünger soll lediglich eine Grundversorgung vom Frühjahr bis zum Herbst gewährleisten. Zusätzlich kann der Nährstoffbedarf mit abgestimmten und in der Konzentration der einzelnen Nährstoffe variierenden Mineraldüngern gesättigt werden. Dieser kann bei Bedarf alle 1 – 2 Wochen in geringer und dem Bedarf angepasster Menge aufgebracht werden.

Es ist zu beachten, dass der Rasen im Winter nur einen sehr geringen Bedarf an Nährstoffen hat, sodass ein Düngen im Winter stark reduziert bzw. sogar entfallen kann.

Bestimmen der richtigen Düngung

  • Langzeitdünger für die Grundversorgung
  • Verwendung von organischem Dünger als Langzeitdünger
  • Mineraldünger gegen Mangelerscheinung
  • Mäßiges Düngen nach Bedarf
  • Abgestimmten Rasendünger zur jeweiligen Jahreszeit

Zeitpunkt für die Rasendüngung

Wie bereits angesprochen, sollte der Rasen niemals in der Mittagszeit bei gleißender Sonne und hohen Temperaturen gedüngt werden, besser ist es auf die kühleren Morgen- oder Abendstunden auszuweichen. Vor dem Düngen sollte der Rasen im Optimalfall gemäht werden, sodass ein aufgebrachtes Granulat unmittelbar bis auf den Boden fallen kann. Nach dem Mähen ist aber etwa 2 Tage zu warten, bevor der Rasen mit Mineraldünger behandelt wird. An den offenen und noch feuchten Schnittkanten des Rasens direkt nach dem Mähen würde andernfalls der Dünger verkleben und eventuell Schaden an der Pflanze anrichten.

Sollte Regen durch den Wetterdienst angesagt werden, ist dies ein optimaler Zeitpunkt um den Rasendünger auszubringen. Der Regen sorgt zum einen für eine leichte Abkühlung der Lufttemperatur, andererseits wäscht dieser auch gleich kostenlos den anhaftenden Düngerstaub von den Blättern und sorgt für einen Eintrag der Nährstoffe in den Boden. Angesagter Sturz- oder Starkregen ist hingegen nicht für eine Düngung geeignet, da sich die Nährstoffe unmittelbar wieder ausschwemmen würden und der Effekt des Nährstoffeintrags zum Wachstum der Rasenpflanzen nicht gegeben wäre.

Sollten Sie in den späten Abendstunden düngen, empfiehlt es sich die Menge des zur künstlichen Beregnung verwendeten Wassers entsprechend sparsam einzusetzen und nur so viel Wasser aufzubringen, wie der Boden zu dieser Zeit noch aufnehmen kann. Die Bildung von Wasserlarchen und Pfützen ist dringend zu vermeiden, damit sich an diesen Stellen keine für den Rasen schädlichen Pilzinfektionen bilden können. Es bietet sich an den Rasendünger als Granulat in diesem Fall in Wasser aufzulösen oder mit Flüssigdünger zu arbeiten. Der Rasen sollte in den Abendstunden nur mäßig bewässert werden, sodass Wasser und Dünger zeitnahe vom Boden absorbiert werden können.

Ausbringung des Düngers auf den Rasen

Für einen großflächigen Einsatz von Rasendünger oder bei ungeübter Handhabung empfiehlt es sich auf die Verwendung eines Düngerwagens zurück zu greifen. Der Düngewagen verteilt das Granulat gleichmäßig auf der Rasenfläche, sodass bei vorgegebener Einstellung des Auslasses und einmaligem passieren der Fläche keine Überdüngung stattfinden kann. Weiterhin sollten verschiedene Düngemittel nicht miteinander gemischt werden, sondern das verwendete Düngemittel auf den bestehenden Bedarf angepasst sein. Die gleichzeitige Kombination unterschiedlicher Volldünger kann zu ungewollten Nebeneffekten führen und die Wirkung unvorhersehbar verstärken, sodass eine Überdüngung und Schädigung des Rasens stattfindet.

Um Schäden an Tieren nach der Ausbringung von Düngemitteln zu verhindern, sollten die Weide- und Rasenflächen einige Tage ruhen, sodass der Rasendünger in den Boden einziehen kann und sich das Granulat in Verbindung mit dem Bodenwasser auflöst. Die sofortige Nutzung der Fläche kann dazu führen, dass die Tiere Bestandteile des Düngemittels fressen und eine Vergiftung erleiden, die unter bestimmten Umständen auch zum Tod führen kann. Weiterhin ist es anzuraten auch die Nutzung als Spielfläche für Kleinkinder für einige Zeit ruhen zu lassen, damit diese nicht unmittelbar mit dem verstreuten Dünger in Kontakt kommen können.

Nach dem Einsatz von mit Eisen angereichertem Dünger sind Steine, Mauern und Gehwegplatten mit Wasser abzuspülen, dass enthaltene Eisen würde andernfalls mit dem in der Luft enthaltenen Sauerstoff oxidieren und unschöne Roststellen (Eisenoxid) hinterlassen. Es ist ausreichend, die betroffenen stellen mit einem Gartenschlauch leicht zu bewässern, sodass der Dünger in den Boden geschwemmt wird.

Händische Ausbringung des Rasendüngers

Das Werfen von Düngergranulat muss geübt sein, leicht kann es vorkommen, dass einzelne Stellen überdüngt werden und andere dafür fast unberührt bleiben. Ist es das erste Mal, dass man Dünger auf den Rasen ausbringt, empfiehlt es sich die benötigte Menge für die vorgegebene Flächengröße abzuwiegen, sodass theoretisch nicht zu viel Dünger ausgeworfen werden kann. Bei größeren Rasenflächen sollten kleinere Teilflächen gebildet werden, die abzustecken sind. Anhand dieser Planflächen kann dann die notwendige Menge abgemessen werden. Gerade als Neuling sollte die persönliche Schutzausstattung mit geschlossener Kleidung und Einmalhandschuhe nicht vergessen werden.

Maßnahmen nach dem Düngen

Durch die externe Zufuhr von Nährstoffen wird der Rasen schnell in die Höhe wachsen, um einen dichteren Wuchs zu erzielen muss hierdurch gerade nach einer Düngerzufuhr häufiger gemäht werden. Nach dem Düngen und Bewässern ist der Rasen mindestens 1 Mal die Woche, besser sogar 2 Mal die Woche zu mähen. Der Nebeneffekt ist, dass ungewollte Pflanzen und Unkraut die durch den Nährstoffeintrag ebenfalls schnell in die Höhe wachsen, gekappt werden und sich nicht ausbreiten können. Die Nutzung eines Auffangkorbes beim Mähen sollte selbstverständlich sein, eingebrachtes und abgestorbenes Rasenmaterial würde dem wachsenden Rasen andernfalls das Licht und den Raum nehmen und zu einer steigenden Moosbildung führen.

Hierauf sollten Sie zwingend achten:

  • unbedingt mit Fangkorb mähen
  • Grasreste vom Rasen haken
  • bei starkem Moosbefall zeitnahe vertikutieren – Eisendünger verwenden
  • regelmäßig mähen – mindestens 1 x pro Woche
  • häufiges mähen führt zu dichterem Rasenwuchs
  • nach dem Düngen – Bewirtschaftung zeitweilig ruhen lassen

 

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