Nährstoffe

Die Einbringung von Düngemitteln auf die Rasenflächen im Garten sollen die zum Wachstum und Erhalt der Rasensaat notwenigen Nährstoffe bereitstellen. Die hauptsächlich notwendigen Grundstoffe sind Stickstoff, Phosphat und Kalium, diese sind in handelsüblichen Rasendünger auch überwiegender Bestandteil. Weiterhin besteht ein Bedarf an Eisen, Magnesium, Calcium und anderen Spurenelementen um einen gesunden und grünen Rasen zu garantieren. Insbesondere mineralischer Dünger besteht aus einem industriell hergestellten Gemisch der verschiedenen, notwendigen Einzelkomponenten in erhöhter und leicht löslicher Konzentration.

Stickstoff für das Wachstum

Nährstoffe für einen kräftigen Wuchs

Gebundener Stickstoff ist in den meisten Düngersorten überwiegender Bestandteil von circa 15 – 25 Prozent. Der enthaltene Stickstoff sorgt für ein gesundes Wachstum der Pflanzen und für eine dichte Rasenfläche mit engem und grünem Blattwerk. Weiterhin sorgt eine ausreichende Zufuhr von Stickstoff für die Neubildung der Rasenblätter, sowie die Bildung von Trieben zur weiteren und dichteren Ausbreitung der Rasenfläche. Ein Überangebot an diesem Nährstoff kann aber schnell zum Verbrennen der Rasenfläche führen, insbesondere wenn Mineraldünger zum Einsatz kommt, der nach dem Streuen auf dem Blattwerk verbleibt, führt dies innerhalb weniger Tage zu braunen Flächen im Rasen. Daher sollte nach dem Aufbringen von mineralisiertem Dünger anschließend immer künstlich beregnet werden, damit der Dünger sofort in den Boden zur Aufnahme durch die Wurzeln eingeschwemmt wird. Zwar sorgt Stickstoff für eine Regeneration und Neuentwicklung der Zellen, aber nur sofern dieser auch über die Wurzeln aufgenommen wird und nicht auf den Rasenblättern verweilt.

Generell ist zwischen schnell wirkendem und langfristig wirkendem Stickstoff zu unterscheiden, insbesondere Mineraldünger enthält als Nitratstickstoff und Ammoniumstickstoff gebundenen Stickstoff, dieser wirkt innerhalb weniger Tage auf die Pflanzen, sodass zeitnahe eine Wirkung am Rasen zu beobachten ist. Aber diese Wirkung ist meist nur von kurzer Dauer, bereits nach 2 – 3 Wochen lässt der Einfluss der mineralisierten Düngemittel nach. Anders verhält es sich bei organischem Dünger, dessen Wirkung setzt zwar nur langsam ein und ist in der Intensität mit dem Mineraldünger nicht zu vergleichen, trotzdem hat diese Basis aus organischen Abfällen den Vorteil, dass die zwar schwächere Wirkung wesentlich länger andauert. Eine Kombination beider Rasendünger sichert eine ausreichende Zufuhr von Stickstoff über die gesamte Bewirtschaftungsperiode vom Frühjahr bis zum Herbst.

Phosphat zur Wurzelbildung

Das in einem Rasendünger enthaltene Phosphat ist der potenzielle Energieträger für die Entwicklung der Rasenpflanzen und Kleinstlebewesen im Boden. Dieser Nährstoff fördert das Wachstum und die Neubildung von Wurzeln, sodass die Pflanzen wesentlich besser im Boden verankert sind, die notwendigen Nährstoffe aus dem Boden optimaler aufnehmen können und durch das dichte Wurzelwerk wesentlich mehr Wasser einspeichern. Am pH-Wert des Bodens kann der vorhandene Bestand an Phosphor abgeleitet werden, je geringer dieser ausfällt bzw. je saurer der Boden ist, umso weniger Phosphate sind in ihm enthalten. Dabei sind die Phosphate entscheidend für den Bestand der Pflanzen und Rasenflächen, denn ausreichend mit Phosphor versorgte Rasenstauden sind wesentlich frostbeständiger und entwickeln sich signifikant schneller nach einem langen und kalten Winter. Zudem wirkt Phosphor unmittelbar auf die Mikroorganismen im Boden, dieses zeichnet sich bei einem ausgewogenen Anteil an Phosphor durch sehr aktive Organismen aus, welche dann durch das hohe Nahrungsangebot andere nützliche Tier wie zum Beispiel Regenwürmer anlocken.

Häufiger als eine Unterversorgung mit Phosphaten ist eine starke Überversorgung durch extreme Düngung und Umwelteinflüsse. Ein Überangebot an Phosphor ist ebenfalls außerordentlich schädlich für den Boden, dieser würde basisch werden und ebenfalls negativ auf die Lebewesen und Pflanzen einwirken. Eine weitere Eigenschaft von Phosphor ist die gute Löslichkeit in Wasser, hierdurch wird der im Boden enthaltene Nährstoff ausgewaschen und gelangt ins Grundwasser, dies wiederum führt zu einer Überdüngung der Gewässer und zu einem erhöhten Algenwuchs. Mit dem Einsatz von Phosphor sollte sehr sparsam umgegangen werden, oftmals befindet sich ausreichend hiervon bereits schon im Boden. Näheren Aufschluss kann ein pH-Wert Test geben. In der Regel sind in mineralischem Dünger zwischen 5 – 15 Prozent Phosphor enthalten, dies ist für das Wachstum der Pflanzen vollkommen ausreichend. Tendenziell sollte ein höherer Phosphateintrag durch Düngung nur vorgenommen werden, wenn es sich um eine Neubepflanzung der Rasenfläche mit Rasensamen oder um eine notwendige Regenerationsmaßnahme handelt.

Kalium zur Stärkung der Gesundheit

Im Rasendünger enthaltenes Kalium ist entscheidend für das gesunde Wachstum der Rasenpflanzen, es ermöglicht den Pflanzen ausreichend Wasser aufnehmen zu können und den eigenen Wasserhaushalt besser zu regulieren. Zudem sorgt es für eine gesteigerte Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Pilzinfektionen. Das Kalium stärkt dazu das Zellgewebe und macht den Rasen unempfindlicher gegen Trockenheit und Kälte. Insbesondere im Frühjahr benötigt der Rasen nach einem langen und kalten Winter erhebliche Mengen des Nährstoffes um den eigenen Stoffkreislauf optimal wieder anfahren zu können. Hierzu sollte bereits im Herbst eine hinreichende Düngung mit Kaliumdünger vorgenommen werden, die Rasenpflanzen speichern das Kalium ein und reaktivieren die Reserven dann im Frühjahr für ihr eigenes Wachstum.

Im Boden ist generell ausreichend Kalium vorhanden, dieses liegt aber oftmals nur als schwer lösliche Kaliumsilicatverbindung vor, sodass mit reinem Kalium zusätzlich gedüngt werden muss, weil die Kaliumsilikate nur in geringen Mengen von dem Rasen umgewandelt werden kann. Eingebrachter Kaliumdünger kann sehr gut in humusreichem Boden gebunden werden, sodass ein Speichern der Nährstoffe auch über Monate hinweg möglich ist. In handelsüblichem Dünger befindet sich ein Anteil von circa 5 – 8 % Kalium, Informationen zum Kaliumanteil finden sich häufig auf den Verpackungsaufschriften.

Magnesium für die Photosynthese

Das für die Pflanzenentwicklung notwendige Magnesium ist lediglich als Spurenelement im Boden vorhanden und wird auch nur in geringsten Mengen über den Rasendünger neu eingetragen. Der Anteil dieses Metalls liegt im kleinsten Promillebereich, hat aber entscheidenden Einfluss auf das gesunde Rasenwachstum. Magnesium wird von den Rasenpflanzen zur Bildung von Chlorophyll in den Rasenblättern benötigt, dieses wiederum dient der Pflanze zur Aufrechterhaltung der Photosynthese. Mit der Photosynthese erzeugen alle Pflanzen aus Wasser (H20) und Kohlenstoffdioxid (CO2) den für tierische Lebewesen notwendige aber für die Pflanzen als Abfallprodukt geltenden Sauerstoff und die eigentliche Nahrungsgrundlage Stärke / Zucker für die Pflanzen durch zusätzliche Sonneneinstrahlung synthetisiert. Magnesium sorgt daher für eine gesunde Blattgrünbildung mit einer satten und kräftigen Grünfärbung der Blätter, als Zeichen für einen hohen Bestand an Chlorophyll.

Eisen gegen unerwünschtes Moos

In Dünger enthaltenes Eisen ist ein wichtiger Zusatz für die Erzeugung einer wiederstandfähigen und kräftigen Rasenpflanze. Das als Spurenelement gelöste Eisen sorgt neben Magnesium für eine kräftige Grünfärbung. Zudem wirkt gebundenes Eisen-Sulfat-Salz aktiv gegen größere Mooswucherungen im Rasen. Insbesondere auf feuchtem Rasen kann es zu einer ungewollten Ausuferung von Moos kommen, durch Eisen-Sulfat sterben diese Pflanzen ab und geben dem Rasen wesentlich mehr Raum und Licht zum Wachstum. Es sollte unbedingt vor der Gabe des eisenhaltigen Düngers der Rasen vertikutiert werden, damit die Eisenverbindung besser in die noch aktiven Moosbereiche eindringen können. Bereits nach wenigen Tagen sind größere Teile des Mooses aufgrund ihrer Eisenunverträglichkeit abgestorben und können durch erneutes vertikutieren aus dem Rasen entfernt werden.

Für entsprechende Behandlungen des Rasens existieren im Handel spezielle Eisendünger mit einem Eisengehalt von bis zu 6 Prozent. Nach der Verabreichung sollten Steinplatten, Bordsteine und andere mit dem Dünger in Berührung gekommene Teile gründlich mit Wasser gereinigt werden, andernfalls kann es durch die Oxidation des im Dünger enthaltenen Eisens zu einer oberflächlichen Rostbildung kommen.

Calcium für Stärkung der Rasenpflanze

Calcium ist ebenfalls ein Spurenelement, welches gänzlich nur in kleinsten Mengen im Boden, aber auch im Dünger gebunden ist. Der Rasen benötigt dieses Spurenelement aber auch nur in geringsten Mengen. Insbesondere zur Stärkung der Zellwände findet Calcium in der Pflanze Verwendung. Weiterhin sorgt eine ausreichende Calciumzufuhr auch für eine bessere Ausbildung der feinen Wurzelhaare und somit für eine verbesserte Aufnahme von Nährstoffen aus dem Boden.

Voraussschauender Einsatz von Rasendünger

Um eine ausreichende Nährstoffzufuhr für einen gesunden und vitalen Rasen zu gewährleisten, sollte in regelmäßigen Abständen eine Düngerzufuhr durchgeführt werden. In der Regel werden 3 größere Düngungen vorgenommen, diese richten sich anhand der Entwicklungszyklen des Rasens aus, optimal sind Düngungen im Frühjahr, Sommer und Herbst. Jede Nährstoffzufuhr sollte an den Bedarf der Pflanze angepasst sein, insbesondere vor dem Winter ist ausreichend Kaliumdünger zu reichen, damit die Rasenfläche im nächsten Frühjahr einen optimalen Start hat. Eine Grundversorgung der Rasenpflanzen ist über Langzeitdünger oder besser noch über den regelmäßigen Humuseintrag aus organischem Material zu gewährleisten. Auftretenden Mangelerscheinungen sind mit der zielgerichteten und regulieren Gabe von mineralischem Dünger entgegen zu wirken.

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