Organischer Rasendünger

Kompost für den Rasen als organischer Dünger

Der organische Dünger bezeichnet alle natürlichen Abbauprodukte von organischem Material, dies bezieht sich insbesondere auf biologische Abfälle des Haushalts, Land- und Forstwirtschaft sowie des Gartenbaus mit tierischem oder pflanzlichem Ursprung. Diese Form des Düngers wird bereits seit mehreren hundert Jahren in der Landwirtschaft eingesetzt und sorgt für die Aufrechterhaltung eines geschlossenen Stoffkreislaufes. Der Dünger beinhaltet überwiegend kohlenstoffhaltige Verbindungen, die im Boden für das Wachstum des Rasens benötigt werden. Hierbei zeichnen sich diese Rasendünger / Gründünger vor allem durch ihre langfristige Wirksamkeit von 2 – 4 Monaten aus. Hintergrund ist die Bindung der Nährstoffe im organischen Material, welche durch Kleinstlebewesen und Bodenorganismen im späteren Verlauf zu Humus zersetzt werden.

Der Humus ist das Abbauprodukt der Zersetzung von tierischen und pflanzlichen Bestandteilen und besitzt die Eigenschaft Nährstoffe langfristig zu binden und bei Bedarf an die Pflanzen abzugeben. Bevor der Rasen mit einem natürlich erzeugten Dünger aus dem eigenen Haushalt gedüngt wird, sollten diese Abfälle auf einem Komposthaufen im Garten zu Humus teilweise oder ganz umgewandelt bzw. in kleinste Teile gehäxelt werden. Andernfalls würden die noch unzersetzten Materialien unschön auf dem Rasen liegen, ein Mähen des Rasens würde erschwert und Tiere wie zum Beispiel Ratten und Mäuse könnten durch die frischen Abfälle angelockt werden. Am besten eignet sich ein bereits im Vorjahr angelegter Kompost mit vollständig und teilzersetzen Bestandteilen. Dieser ist vor dem Ausbringen als Rasendünger zu sieben, sodass größere Bestandteile wie Äste später nicht das Mähen des Rasens stören oder sogar die Mähvorrichtung beschädigen. Vergleichbare Produkte zu eigenerzeugtem Kompost, die bereits kostengünstig im Handel angeboten werden sind natürliche Abfallprodukte aus Guano / Tierkot oder zerhäxelte Pflanzenabfälle. Dieser Handelsdünger wird in Säcken angeboten und ist sehr fein, sodass er gleichmäßig auf die Rasenfläche aufgetragen werden kann.

Einsatz von Tierausscheidungen zur Düngung

Der organische Dünger wird auch als Wirtschaftsdünger bezeichnet, dieser Begriff stammt aus der Landwirtschaft, in der tierische und pflanzliche Abfallprodukte als kostengünstige Alternative zum mineralischen Dünger auf die Ackerflächen ausgebracht werden. Insbesondere tierische Ausscheidungen in Form von Gülle, Jauche, Stallmist oder Stroheinstreu werden als Dünger zur Ertragssteigerung eingesetzt. Durch die zunehmende Verbreitung von Biogasanlagen werden diese ökologischen Dünger aber vermehrt in den Fermentern zur Erzeugung von Biogas verwendet. Vor allem Gülle wird vornehmlich in den Biogasanlagen zur Erzeugung von Methan verwendet, denn neben der zusätzlichen Vergütung durch den Einsatz von tierischen Exkrementen verringert Gülle als Alternative den Gebrauch von nachwachsenden Rohstoffen wie zum Beispiel Maissilage zur Biogaserzeugung. Trotzdem können die am Ende entstehenden Abfallprodukte aus der Biogaserzeugung zur Düngung von landwirtschaftlichen Flächen verwendet werden. Hierbei ist von Vorteil, dass entsprechende Gärreste nur noch in einem geringen Maße das ozonschädliche Methan abgeben. Bei der Definition von Wirtschaftsdünger muss zudem eindeutig differenziert werden, zwar handelt es sich bei tierischen Ausscheidungen eindeutig um organischen Dünger zum Einsatz in der Bewirtschaftung von Agrarflächen, gleichzeitig sind aber menschliche Abfallprodukte in Form von Abwässern, Fäkalien oder Klärschlamm aus Kläranschlagen kein Wirtschaftsdüngern, sondern unterliegen vielmehr den Entsorgungsrichtlinien für Sonderabfälle.

Warum die eigene Kompostierung von Tierkot bedenklich ist

  • Geruchsbelästigung
  • Zu geringe Temperaturen für Zersetzung
  • Verbreitung von Krankheitserregern, Bakterien und Würmer
  • Einatmen von Kotstaub beim Umsetzen
  • Fäkalkontakt über Hand-Mund
  • Katzenkot enthält für Menschen gefährliche Toxoplasmose-Erreger

Langfristige Abgabe von Nährstoffen an den Rasen

Die umgewandelten Abfallprodukte aus Speiseresten oder Tierexkrementen zu einem qualitativ hochwertigen Rasendünger sind als Volldünger zu bezeichnen, denn in dem teilweise bereits zu Humus umgewandeltem Erzeugnis sind alle für ein Wachstum der Pflanzen notwenigen Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und andere Spurenelemente enthalten. Für die gesunde Entwicklung von Pflanzen ist immer eine definierte Oberschicht an Humus im Oberboden als organischer Nahrungsträger notwendig, durch den Einsatz von zu viel mineralischem Dünger kann diese Humusschicht zerstört werden und ein Wachstum des Rasen ist nur noch begrenzt möglich. Die stetige Einbringung von neuem Humus erhöht nachweisbar die biologische Aktivität im Boden, sorgt durch seine lockere Anordnung und vielen kleinen Hohlräume für eine schnelle Bodenerwärmung und eine bessere Bindung der Wärme im Boden. Zudem kann sich in den Hohlräumen Wasser ansammeln und für die Pflanzen gebunden werden, insbesondere in trockenen Phasen zerren diese dann von dem höheren Wassergehalt im Humus. Weiterhin lockert eingebrachter Humus die Bodenstruktur auf, sodass sich die Wurzeln des Rasens leichter ausbreiten können. Eine gestärkte und ausgeprägte Wurzelstruktur sorgt für einen festeren Halt der Rasenballen im Boden.

Vorteile von Humus im Überblick

  • Verbesserung der Wasserbindung
  • Langfristige Nährstoffversorgung
  • Steigerung der Mikroorganismen
  • Aufgelockerter Boden

Bindung des Rasendünger im Boden

Durch die nur teilweise Zersetzung des organischen Düngers wird eine weitere Abspaltung der gebundenen Nährstoffe durch die Mikroorganismen vorgenommen. Diese Kleinstlebewesen mineralisieren die Bestandteile und können hierdurch über einen längeren Zeitraum die Nährstoffe an den Rasen abgeben. Die organische Bindung sorgt für eine langfristige Nährstoffanreicherung im teilzersetzen Humus, hierdurch kann eine Langzeitwirkung erreicht werden, durch die eine übermäßige Düngung mit mineralischem Dünger entfällt. Die langfristige Bindung sorgt dafür, dass der Rasen über Monate hinweg stetig mit Nährstoffen versorgt wird und sein starkes Wachstum, Struktur und Festigkeit beibehält. Notwendige Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor werden dem Rasen bedarfsgerecht und gleichmäßig zugeführt, durch die zusätzliche Wasserbindung im Humus können die Pflanzen die gebundenen Nährstoffe teilweise auch ohne zusätzliche Wasserzufuhr durch künstliche Beregnung abnehmen.

Rasendüngung unmittelbar vor der Aussaat

Der optimale Zeitraum für eine großflächige Ausbringung von Humus und teilzersetztem organischem Dünger ist unmittelbar vor der Aussaat des Rasens. Die Vorbereitung der Aussaatfläche durch Bodenkultivierung und Einebnung begünstigt, dass unerwünschte Pflanzen und Unkraut durch die aufgebrachte Deckschicht nicht vom Nährstoffspeicher partizipieren. Das Nährstoffangebot steht unmittelbar nur den aufgebrachten Rasensamen zur Verfügung. Die Oberfläche für die Aussaat aus einer circa 3 – 10 cm dicken Erdschicht aus organischem Dünger und Humus stellt die optimale Grundlage für das Wachstum der jungen Rasensaat dar. Die Rasensamen können direkt auf das Bett aus Humusboden aufgebracht werden und müssen nur noch gewalzt und bewässert werden. Der wachsende Rasen kann über mehrere Monate, bei ausreichender Nachreichung von organischem Material und einer bedarfsgerechten Gabe von mineralischem Dünger auch über Jahre, auf die enthaltenen Nährstoffe im Boden zurückgreifen. Der aufgelockerte und mit Nährstoffen angereicherte Humusboden sorgt dafür, dass die gebundenen Nährstoffe durch eindringendes Wasser und Regen nicht allzu schnell ausgewaschen werden.

Vorteile von organischem Rasendünger

Die Vorteile von organischem Dünger liegen vor allem in der langfristigen Wirksamkeit bei der Abgabe von notwendigen Nährstoffen an den Rasen. Weiterhin ist dieser Dünger durch das Anlegen eines Komposthaufens leicht selbst herzustellen bzw. relativ kostengünstig im Fachhandel oder Baumarkt zu beschaffen. Neben den vollständig organischen Düngemitteln auf Grundlage von direkt verwerteten tierischen oder pflanzlichen Abbauprodukten, werden bereits auch synthetisch hergestellte organische Düngemittel im Handel angeboten. Weiterhin ist der eingesetzte Dünger dieser Kategorie absolut pflanzenverträglich, eine Überdüngung ist nahezu unmöglich, denn die Nährstoffe befinden sich gebunden im Humus und werden erst bei Bedarf an den Rasen abgegeben. Hierdurch ist ein Verbrennen der Rasenfläche, wie es bei mineralischem Dünger durchaus vorkommen kann, nicht möglich. Der Einsatz von kompostierten Abfällen spart zudem Kosten durch den reduzierten Einsatz anderer Düngemethoden, zudem ersetzt das Anlegen eines Komposthaufens im Garten die Anschaffung einer Biotonne. Hierbei sollte aber unbedingt darauf geachtet werden, dass nur biologische Abfälle auf den Kompost zur Umwandlung in Humus verbracht wird, andere Bestandteile können zu einer Anreichung des erzeugten Humusbodens mit Schwermetallen oder anderen Schadstoffen führen und den positiven Effekt zerstören.

 

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