Mineralischer Dünger

Der Einsatz von mineralischem oder auch anorganischem Dünger findet in den meisten Gärten zur Kultivierung der Grünlandflächen als Rasendünger Verwendung. Überwiegender Bestandteil dieser mineralischen Dünger sind Stickstoff, Phosphor und Kalium. Allgemein betrachtet sind Dünger dieser Kategorie Nebenprodukte bei der Gewinnung von Mineralien im Bergbau, die in Salzen gebunden sind und durch intensive chemische Prozesse für die Verwendung als Düngemittel aufbereitet werden. Die der Verwendung vorgelagerte Veränderung der Struktur zur Herstellung eines nutzbaren Düngemittels ist mit einem erheblichen Energieaufwand verbunden. Zur Umwandlung und Anreicherung der gewünschten Bestandteile ist ein hohes Maß an Kosten- und Energieinvestition notwendig. In der Regel entspricht der Aufwand zur Herstellung und Logistik von einem Kilogramm handelsüblichem Rasendünger einem Heizwert von circa 500 – 800ml Heizöl.

Nachteile durch den Einsatz von Mehrnährstoffdünger

  • Schwermetallanreicherung im Boden
  • Nitratbelastung des Grundwassers
  • Nitratanstieg in Lebensmitteln
  • Versalzung des Bodens
  • Humusverarmung
  • Reduzierung der im Boden lebenden Mikroorganismen
  • Phosphatanreicherung im Grundwasser

Wirkungsweise mineralischer Dünger

Bei größerem Bedarf ist der Rasendünger auch in Sacken erhältlich

Der Einsatz von mineralischem Dünger erfolgt in den meisten Fällen bei auftretenden Mangelerscheinungen der Rasenpflanzen. Der Vorteil bei diesem Dünger ist die schnelle Wirksamkeit der durchgeführten Maßnahme. Bereits nach wenigen Tagen können erste Resultate durch eine Kräftigung des Rasens erzielt werden. Die enthaltenen Nährstoffe werden bei Zugabe von Wasser schnell im Boden gelöst und vom Rasen aufgenommen, insbesondere bei Mangelerscheinungen einzelner Nährstoffe können mineralische Rasendünger zeitnahe Abhilfe schaffen. Die anorganischen Dünger werden im Handel in Form von Granulat, Pulver oder als Flüssigdünger angeboten. Am weitesten verbreitet und relativ bekannt ist der Volldünger, die Bezeichnung als Volldünger ergibt sich aus der gemischten Zusammensetzung in der alle notwendigen Nährstoffe in ausreichender Menge vorhanden sind, sodass der Einsatz von Ergänzungsdünger im Regelfall nicht notwendig ist.

Die Differenzierung des Einsatzes von festen oder flüssigen Düngemitteln obliegt jedem Anwender selbst. Es ist zu bedenken, dass ein als Granulat aufgebrachter Mineraldünger erst mit dem im Boden enthaltenen Wasser reagieren und sich auflösen muss. Um Verbrennung der Rasenfläche durch die hohe Konzentration des enthaltenen Stickstoffes zu vermeiden, sollte zwingend nach dem Ausbringen des Rasendüngers künstlich bewässert werden. Anders verhält es sich beim Flüssigdünger, hier kann der Rasendünger bereits mit dem Bewässern in den Rasen eingebracht werden, zudem sind die Nährstoffe bereits flüssig gelöst und können unmittelbar vom Wurzelwerk des Rasens aufgenommen werden. Die Flüssigdüngung erspart einen Arbeitsschritt und somit Zeit, es ist aber zu bedanken, dass Dünger in flüssiger Form oftmals wesentlich kostenintensiver ist.

Mineralischer Langzeitdünger

Die Wirkung eines mineralischen Düngers soll eigentlich relativ kurzfristig einsetzen, um gleichzeitig auch eine langfristige Wirkung zu erzielen, wird ein mineralisches oder synthetisches Gemisch mit kurzfristig und langfristig wirkenden Bestandteilen angeboten. Die Wirksamkeit entfaltet sich in Abhängigkeit der Außentemperatur und des Bodenwassers. Im Handel werden verschiedene mineralische Langzeitdünger angeboten, diese können sowohl nur einen als auch einen Mix verschiedener Pflanzennährstoffe enthalten. Die Langzeitwirkung wird durch die Kapselung der Nährstoffbestandteile erzielt, die sich in Abhängigkeit der äußeren Einflüsse nur langsam auflösen und in den Boden übergehen.

Herstellung und Verwendung von Mineraldünger

Bezeichnend für die Herstellung und den Einsatz von Mineraldünger ist, dass nach deutschem Recht durch dessen vorgeschriebene Verwendung keine Schädigungen von Natur und Gesundheit ausgehen dürfen. Dies bedingt zudem eine sachgerechte Verwendung und eine stetige Kontrollen der Produzenten und einsetzenden Betriebe. Die für die Herstellung von mineralischem Dünger notwendigen Bestandteile stammen oftmals aus dem Bergbau und sind in den Salzen der Abbauprodukte enthalten. Eine Trennung der gewünschten Elemente von dem umgebenen Gestein bedingt einen intensive chemischen Verarbeitungsprozess und einen erheblichen energetischen Auswand.

Der Einsatz von nährstoffreichem und kostengünstigem Mineraldünger bewirkt eine schnelle Nährstoffzufuhr und Reaktion auf den bestehenden Nährstoffmangel im Boden. Trotzdem sollte mineralischer Dünger nur in Maßen eingesetzt und nur jene Nährstoffe zugeführt werden, welche auch wirklich zum weiteren gesunden Wachstum fehlen. Andernfalls kann es rasch zu einer Überdüngung und Schädigung des Rasens, Boden und der darin enthaltenen Mikroorganismen kommen. Der Einsatz verschiedener Rasendünger ist den Wachstumsperioden des Rasens anzupassen, hierbei ist die Jahreszeit, eventuell auftretende Mangelerscheinung und das Wachstum der Pflanzen zu berücksichtigen. Eine Überdosierung von Nährstoffen wie zum Beispiel Phosphat kann zu einer Anreicherung von toxischen und radioaktiven Metallen im Boden führen, weiterhin führt eine Überdüngung mit Stickstoff zu Verbrennungen der Rasenblätter und Wurzeln. Die entstehenden Schäden sind irreparabel und können zur Zerstörung der gesamten Rasenfläche, zumindest aber zu braunen Stellen im Rasen führen.

Einsatz von mineralischem Dünger

Der Rasendünger muss bis an die Wurzeln des Rasens vordringen

Die Verwendung von Mineraldüngern ist bereits seit mindestens 150 Jahren bekannt und gewährleistet eine stetige Nährstoffzufuhr und Ertragssteigerung der Agrarprodukte. Das Resultat einer gesunden Grünpflanze kann durch geringe Kosten für die Beschaffung und den geringen Aufwand für die Ausbringung zeitnahe erzielt werden. Gleichzeitig fördert der Düngemitteleintrag aber auch in einem erheblichen Maße den Wuchs von unerwünschten Pflanzen und Unkraut. Zur Steigerung des Rasenwachstums und gleichzeitigen Reduzierung des Unkrautes werden Kombinationsprodukte mit einem Anteil an Unkrautvernichtern angeboten. Ein stetiger, überdosierter und langfristiger Einsatz von mineralischem Dünger führt zu einer Reduzierung der natürlichen Humusschicht und hieraus resultierend zu einer nachhaltigen Schädigung des Bodens und der Rasenpflanzen.

Die meisten Bestandteile im Düngemittel sind leicht wasserlöslich und werden direkt über die Wurzeln des Rasens aufgenommen. Es ist bei der Ausbringung de Rasendüngers darauf zu achten, dass der Dünger bis auf den Boden durchdringt und nicht auf den Blättern des Rasens verweilt. Nach der Ausbringung sollte die Rasenfläche generell immer künstlich bewässert werden, damit sich das Düngergranulat direkt auflösen kann und der Düngerstaub von den Blättern gewaschen wird.
Es sollte mindestens 3 Mal im Jahr Rasendünger ausgestreut oder ausgegossen werden, am besten in den jeweiligen Entwicklungsperioden im Frühjahr, Sommer und Herbst. Den einzelnen Zyklen angepasst, benötigt der Rasen unterschiedliche Nährstoffe für seine Entwicklung. Phosphor wird für ausreichendes Wurzelwachstum in breite und tiefe benötigt, Kalium sorgt für eine Stärkung der Pflanze gegen Austrocknung und Krankheitsbefall und Stickstoff für ein kräftiges Wachstum und eine rasche Blattneubildung.

Jahreszeit Aktionen
Frühjahr Düngemittel mit Eisenanteil zur Bekämpfung von Moos und Verbesserung der Lichtdurchdringung.
Einbringung von Kalium zur Steigerung der Widerstandsfähigkeit der Pflanzen und zur besseren Wasserspeicherung.
Sommer Düngemittel mit Magnesiumanteil zur Steigerung des Chlorophyll in den Blättern.
Herbst Einbringung von Kalium für eine gute Entwicklung im kommenden Frühjahr.

Chlorose – Mangelerscheinung an Spurenelementen

Der Begriff Chlorose stammt ursprünglich aus dem Rebbau von Weinpflanzen, er bezeichnet eine Mangelerscheinung, dessen Auswirkung eine Geldfärbung der Blätter ist. Durch den Mangel an Chlorophyll verfärben sich die grünen Blätter in ihre ursprüngliche gelbe Farbe, weshalb diese Krankheit umgangssprachlich auch Gelbsucht genannt wird. Der Mangel an notwendigem Eisen und Magnesium sorgt für verbrennungsartige Erscheinungen und eine persistente Blattschädigung der Rasenpflanzen, die zum Absterben des Pflanzengewebes führen. Neben dem Nährstoffmangel kann eine Chlorose auch durch einen zu hohen Anteil an Kochsalz entstehen, dies ist oftmals nach einem schneereichen Winter und dem hohen Einsatz von Streusalz der Fall. Mit dem einhergehend tritt ein erheblicher Wassermangel durch die Bindung des Salzes auf. Weitere Bezeichnungen für eine Chlorose, welche die Symptome oder Mangelerscheinungen weiter differenzieren sind Kalkchlorose, Schlechtwetterchlorose, Verdichtungschlorose oder Schwächechlorose.

Dauerhafter Einsatz von Mehrnährstoffdünger

Bei den meisten Mineraldüngern handelt es sich vorwiegend um Freilanddünger, sofern diese nicht ausdrücklich als Zierpflanzen- oder Kübelpflanzendünger gekennzeichnet sind. Der erhebliche Einsatz von Mehrnährstoffdüngern über einen längeren Zeitraum birgt tendenziell immer das Risiko einer zunehmenden Versalzung des Bodens und führt indes zu einer Humusverarmung und Reduzierung von Mikroorganismen. Die Nutzung von NPK-Dünger (Stickstoff [N], Phosphor [P] und Kalium [K]) empfiehlt sich vor der ersten Aussaat des Rasens, etwa 2-3 Wochen bevor der Rasen auf dem planierten und unkrautfreien Boden ausgesät wird, kann der Boden mit ausreichend Nährstoffen über einen Mehrnährstoffdüngern versorgt werden. Ebenfalls möglich ist das Auflösen des NPK-Düngers in Wasser und das anschließende Gießen der gestreuten Rasensamen.

Gesundheitsschäden durch Mineraldünger

Von mineralischem Dünger kann bei unsachgemäßer Verwendung eine erhebliche Gesundheitsgefährdung ausgehen. Insbesondere die orale Aufnahme durch Hand-Mund Kontakt oder der direkte Verzehr führt zu schweren gesundheitlichen Schäden. Daher sind Dünger dieser Kategorie immer von Kindern und Tieren fern zu halten. Für den Einsatz von Düngemittel auf Tierweiden gilt, dass nach dem Aufbringen des mineralischen Rasendüngers die Tiere frühestens nach 3 – 7 Tagen die Weiden wieder nutzen sollten, damit das Mineralgranulat sich auflösen kann und ein Verzehr der Grasweide durch die Tiere nicht mehr schädlich ist.

Weiterhin gilt für die Handhabung des Düngers, dass während der Aufbringung geschlossene Kleidung zu tragen ist, bereits feinste Düngestaubpartikel können sich auf der Haut festsetzen und reagieren mit dem Hautschweiß. Daher sollte nach der Arbeit unbedingt geduscht oder zumindest eine umfassende Körperreinigung vorgenommen werden. Zudem ist während der Verarbeitung ein Mundschutz zu tragen, damit der Düngerstaub nicht eingeatmet wird und sich in der Lunge festsetzen kann. Ein Einatmen kann zur schweren und anhaltenden Schädigungen der Lunge und Atemwege führen.

Umgang mit Düngemitteln

Düngemittel sollten generell nicht langfristig gelagert, sondern zeitnahe verbraucht werden. Generell sind die meisten phosphorhaltigen Dünger brennbar und entwickeln in einem erheblichen Maße Rauch bei der mit Flamme einhergehenden Verbrennung. Daher sollten Düngemittel, gleich welchen Einsatzbereiches, nicht in der Nähe von Wärmequellen und anderen brennbaren Stoffen gelagert werden. Bei einem Brand kann es zu einem zündfähigen Gemisch mit explosionsartiger Verbrennung kommen.

Weiterhin sollten Düngemittel nicht im feuchten gelagert werden, die Körner nehmen die Feuchtigkeit auf und speichern diese über längere Zeit im Inneren. Eine sachgerechte Verwendung kann dann meist nicht mehr gewährleistet werden. Zudem reagieren die Bestandteile im Dünger in Verbindung mit Wasser sehr stark mit in Kontakt tretenden Metallen und führen oftmals zu einer starken Korrosion und Oxidation der Oberflächen, die in einigen Fällen irreversibel ist.

 

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