Langzeitdünger

Ein Langzeitdünger zeichnet sich durch seine kontinuierliche und langfristige Abgabe von Nährstoffen über einen Zeitraum von 2 – 4 Monaten aus. Der Rasen wird durch den Dünger mit den notwendigsten Nährstoffen zum Wachstum und zur Ausbreitung versorgt, wie zum Beispiel Stickstoff, Phosphor und Kalium. Ein ausgewogener Langzeitdünger verhindert ein stoßartiges Wachstum der Pflanzen und gibt die Nährstoffe nur langsam an den Boden ab. Dies führt je nach Witterung und Feuchtigkeit fast immer zu einer Unterversorgung der Rasenpflanzen aufgrund der fehlenden Nässe zum Nährstofftransport und des unregelmäßigen und schwankenden Nährstoffbedarfs des Rasens. Eine optimale Grundversorgung als Langzeitrasendünger bieten organische Dünger wie zum Beispiel Humus, diese teilzersetzten tierischen oder pflanzlichen Abfälle wandeln sich in Folge mikrobiologischer Prozesse über einen Zeitraum von 4 – 6 Monaten zu Nährstoffen um, welche von den Rasenpflanzen absorbiert werden können. Oftmals handelt es sich aber um die kostengünstigeren gekapselten Mineraldünger oder synthetisch hergestellte mineralisch-organische Rasendünger, die ebenfalls eine gute Grundversorgung des Rasens leisten können.

Langzeitdünger in den Boden eingraben

Optimal für die Grundversorgung ist organischer Dünger

Die im Handels angebotenen Äquivalente zum vollständig organischen Rasendünger sind organisch-mineralische Kombinationsdünger, diese haben sowohl eine kurzfristige Wirkung über den enthaltenen Mineraldünger, als auch eine langfristige Grundversorgung über den meist synthetisch hergestellten organischen Anteil. Weiterhin existieren mineralische Volldünger mit Langzeitwirkung, in denen die Nährstoffe gekapselt wurden und sich durch höhere Temperaturen und Wasser langsam zersetzen und die Nährstoffe kontinuierlich abgeben. Ein Langzeitdünger sollte immer auf die rasenspezifischen Bedürfnisse für Wachstum, Gesundheit und Entwicklung ausgelegt sein. Durch den Einsatz von Düngemitteln wird auch die Ausbreitung von Unkraut und anderen unerwünschten Gewächsen in der Rasenfläche gefördert. Zur Minimierung dieser dem Rasen das Licht raubenden Unkräuter ist in den meisten Langzeitdüngern auch ein Unkrautvernichtungsmittel beigemischt.

 

Langzeitdünger in den Entwicklungsperioden

Ziel des Einsatzes von Düngemittel für den Rasen ist die Erreichung eines stetigen Wuchs und einer dichten Rasenfläche, dieses Dichtewachstum wird durch den regelmäßigen Schnitt des Rasens über die gesamte Saison von Frühjahr bis Herbst erzielt, sodass der Rasen sich vornehmlich in die Breiten ausbreiten kann. Ein fortwährendes Wachstum des Rasens und damit einhergehend die Erzeugung einer zusammenhängenden und bedeckenden Rasenfläche ist aber nur bei ausreichender und ausgewogener Nährstoffversorgung möglich. Der Rasendünger mit periodisch langfristiger Wirkung soll diese ausreichende Grundversorgung sicherstellen und ein Wachstum der einzelnen Gräser unterstützen. Für jede Saison muss das Verhältnis der enthaltenen Nährstoffe neu an die Bedürfnisse des Rasens angepasst werden, daher existieren auch für die einzelnen Perioden Frühjahr, Sommer und Herbst unterschiedliche Langzeitdünger. Vor allem im Herbst ist der Anteil an Stickstoff und Phosphor zu reduzieren und gleichzeitig ein höherer Anteil Kalium beizumengen. Das Kalium wird von den Pflanzen eingelagert und sorgt für eine gute Überwinterung und ein rasches Wachstum im kommenden Frühjahr.

In der Regel sollte der Rasen nicht öfter als 3 – 5 Mal im Jahr mit Mehrnährstoffdünger behandelt werden. Eine zu große Anreicherung von Düngemittel im Boden sorgt für eine Humusverarmung und Versalzung. In Abhängigkeit des verwendeten Rasendüngers sind Ausbringungsmengen von etwa 25 – 50 g/m² des Langzeitdüngers zu verabreichen, hierzu sind zwingend auch die Hinweise des Herstellers zu beachten. Es empfiehlt sich die Menge des notwendigen Rasendüngers vorher genau abzumessen und bei größeren Rasenflächen die Gesamtfläche in einzelne, kleinere Teilflächen zu untergliedern. Die Kosten für industriell hergestellten Rasendünger mit langfristiger Wirkung belaufen sich auf circa 3 – 10 EUR je Kilogramm.

Verwendung von Langzeitdünger

Ursprünglich stammen Langzeitdünger aus der gewerblichen Gärtnerei und Landwirtschaft, der Vorteil war, dass die angebauten Stauden und Nutzpflanzen nun in zeitlich größeren Abständen gedüngt werden mussten und sich der Arbeitsaufwand stark reduzierte. Mittlerweile ist dieser gewerbliche Dünger in abgeschwächter Form auch für Privathaushalte im Handel verfügbar. Der Aufwand für eine wöchentliche bzw. monatliche Düngung mit Volldünger wird erheblich reduziert, dies schont neben den Kosten für die Düngeausbringung auch die Umwelt und das Ökosystem. Die handelsüblichen Mineraldünger sind leicht wasserlöslich, hierdurch wird bei Regen und Nässe ein erheblicher Teil der eingebrachten Nährstoffe ausgewaschen und gelangt ungenutzt ins Grundwasser, wo es sich anreichert und zu unerwünschten Nebeneffekten führt.

Natürlicher Rasendünger mit Langzeitwirkung

Zwar existieren verschiedene industriell hergestellte Langzeitdünger für die Versorgung von Rasen, trotzdem ist es möglich entsprechende Äquivalente in gleicher Wirkintensität auch mit organischen Düngern zu erzielen. Insbesondere die Verwendung von Guano / Tierexkrementen in getrockneter Form wie zum Beispiel Vogeldung sichert eine langfristige Versorgung der Rasenpflanzen. Gleiches gilt für die Einbringung von Humus aus der Kompostierung von tierischen und pflanzlichen Abfällen. Humus ist ein bereits vorzersetzter Nährboden, in dem weiterhin eine Vielzahl von Mikroorganismen eine fortwährende Zersetzung des organischen Ausgangsmaterials in die für Pflanzen notwendigen Nährstoffe vornimmt.

Die Einbringung von Humus eignet sich besonders bei der Neuaussaat von Rasen, hierzu wird eine 5 – 10 Zentimeter dicke Schicht der organischen Abbauprodukte als Grundlage auf dem Boden ausgebracht, in den unmittelbar die Rasensamen eingesät werden. Die Basis aus Humus sichert über mehrere Monate eine ausreichende Versorgung, weiterhin stellt sie für kommende Jahre die Grundlage für den weiteren Nährstoffeintrag von Flüssig- und Granulatdünger. Anders als bei anorganischen Düngern aus Mineralien kann bei der Verwendung von organischem Material keine Überdüngung des Bodens stattfinden. Ein Verbrennen der Grassamen, Wurzel und Blättern ist in der Regel nicht möglich. Weiterhin kann organischer Dünger die Auswaschung der enthaltenen Nährstoffe verhindern, sodass sich ein natürliches Nährstoffdepot für die Versorgung des Rasens bildet.

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